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Sonderausstellung im Leinenmuseum Haigerseelbach

Zum „Saisonstart“ steht die Plauener Spitze im Mittelpunkt

 

Das Spitzen- und Leinenmuseum in Haigerseelbach (Seelbachstraße 9) hat vor wenigen Tagen die „Saison 2017“ eröffnet. Auf die Besucher warten in diesem Jahr nicht nur Klöppelspitzen, Häkel-, Strick- und andere Handarbeitstechniken, sondern auch wunderschöne Ausstellungsstücke aus alter und neuer Plauener Spitze. Sie sind in der Zeit von April bis November an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr in dem bundesweit einzigartigen Museum zu betrachten.

 

„Wir hoffen, mit diesem speziellen Angebot einen neuen Höhepunkt setzen zu können und wünschen uns viele Gäste“, erklärt Ute Schimmel, die das Museum leitet und bei ihrer Arbeit unter anderem von Gründerin Edeltraud Janzweert und weiteren Mitarbeiterinnen unterstützt wird.

 

Die Plauener Spitze hat eine lange Tradition. Sie wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Der Ort im Freistaat Sachsen gilt seit vielen Jahren als Zentrum der deutschen Spitzenindustrie und ist weltberühmt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts liefen in Plauen über 15.000 Stickmaschinen, in Zeiten der DDR gehörte die Plauener Spitze zu den wenigen Export-Artikeln des Landes. Heute gibt es noch etwa 20 kleine Werkstätten, die sich mit der Spitze befassen, die unter anderem für Kleider oder Dessous verwendet wird, aber zum Beispiel auch im technischen Bereich eingesetzt.

 

Aber auch die reguläre Ausstellung des Heimatmuseums ist sehenswert. Im alten, 1829 erbauten ehemaligen Rathaus der Gemeinde erfährt der Besucher, wie seit Jahrhunderten aus der Feldpflanze Flachs in mühsamer Arbeit der Stoff für ihre Kleidung, das Leinen, hergestellt wurde. Besucher erleben anhand der Exponate und des Films „Vom Leinsamen zum Leinenhemd“, mit welcher Mühsal es verbunden war, sich den Stoff „Vom ersten bis zum letzten Hemd“ selbst herzustellen. Im Museum können unter fachmännischer Leitung alle Geräte vorgeführt und erklärt werden. 

Im Dachgeschoss verzaubert der Anblick der feinen, von Hand gearbeiteten Spitzen die Besucher. Besonders hervorzuheben ist die Modeabteilung. Die teilweise vor 1900 in Paris erworbenen Kleider wechseln sich mit Kleidern aus dem New York der 30 Jahre ab. Die weiblichen Besucher finden oft ihr Traumkleid - leider hinter Glas. Eine weitere Abteilung erweckt das Interesse der männlichen Besucher. Die Arbeit der Blaudrucker, die das Bauernleinen färbten und bedruckten, war reine Männersache.

Sehenswert ist auch der Teilbereich „ Leinen heute“. Der nachwachsende Rohstoff bildet für viele Produkte die Grundlage. Pressteile für die Innenausstattung in Autos, Tennisschläger, Aktenkoffer, Snowboards, Dämmmaterial und vielerlei andere Artikel zum täglichen Gebrauch.

Das Leinenmuseum ist an jedem ersten Sonntag im Moment geöffnet. Für Gruppen können weitere Termine vereinbart werden. Kontakt: Stadt Haiger (Telefon 02773/8110; kulturamt@haiger.de) oder Museumsleiterin Ute Schimmel (Tel.: 02773/71130); Zusatzinformationen: www.haiger.de