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Breitband-Verkabelung auf der Zielgeraden 

 

Bürgermeister lobt Geduld der Bürger

SCHNELLES INTERNET Endspurt der Breitband-Verkabelung läuft

 

HAIGER Wer in diesen Tagen durch Haiger und die Stadtteile fährt, der kann die rot-weißen Absperrbaken nicht übersehen. An vielen Stellen wird gebaut – verantwortlich dafür ist die Breitbandverkabelung der deutschen Telekom.

 

„Wir haben wirklich zahlreiche Baustellen im Moment, und trotzdem sind die Bürger sehr geduldig“, freut sich Bürgermeister Mario Schramm: „Das liegt ganz sicher daran, dass die meisten Menschen die Bedeutung der Breitband-Verkabelung für die Bürger, vor allem aber auch für Haigerer Unternehmen und Gewerbetreibenden kennen.“ Erst mit dem „schnellen Internet“ sei Haiger „konkurrenzfähig“. Der größte Teil der Arbeiten sei erledigt, sagte Schramm: „Der Endspurt hat begonnen.“

Die Arbeiten gehen unter Hochdruck über die Bühne. An vielen Ecken in Haiger und den Stadtteilen sind derzeit Baustellen der Telekom zu finden. Warum es so viele kleine Baustellen gibt, erläutert der Projektleiter Jens Dechert. Im Tiefbau werden zunächst am Anfang und Ende eines Ausbaugebietes so genannte „Kopflöcher“ gebaut, in die ein Kunststoff-Leerrohr verlegt wird.

In einem separaten Schritt setzt anschließend ein neuer Bautrupp so genannte „Speed-Pipes“ ein und „bläst“ dann das Glasfaserkabel in die Leerrohre ein. Diese Arbeiten gehen wesentlich schneller als die ersten Schritte vonstatten, so dass der Bautrupp erst dann angefordert wird, wenn er an genügend „Kopflöchern“ weiterarbeiten kann.

„Nach einer Abnahmemessung werden die Löcher dann wieder geschlossen“, erklärte Jens Dechert auf Anfrage. Die Telekom, die drei verschiedene Firmen mit den Arbeiten beauftragt hat, verlege das Glasfaserkabel in der kompletten Region bis zum Bürgersteig. Über neue Multifunktionsgehäuse wird das „schnelle Internet“ über die bereits existierenden Kupferkabel in die Haushalte verteilt. Diese Arbeiten haben im Lahn-Dill-Kreis ein Volumen von etwa 45 Millionen Euro, erklärte Dechert. Hätte die Telekom jeden einzelnen Haushalt mit Glasfaser versorgen wollen, wären Kosten von rund 380 Millionen Euro entstanden.

Die Arbeiter sind auf der Zielgeraden, in wenigen Wochen ist die Neuverkabelung abgeschlossen. Dann beginnt für alle Haigerer das Zeitalter des „Highspeed-Internet“.

In Kürze finden Inbetriebnahme-Veranstaltungen statt, in denen die Bürger von Telekom, Stadt und „lahn-dill-breitband“ über die Möglichkeiten der neuen Angebote informiert werden. Am 17. November (Donnerstag, 18.30 Uhr) wird die Bevölkerung im Dorfgemeinschaftshaus in Sechshelden informiert. Im ersten Quartal 2017 folgt eine weitere Info-Veranstaltung in der Haigerer Stadthalle. (öah) 

 

Bürger in Weidelbach und Offdilln erhalten superschnelles Internet

„Das ist für die Bürger in Offdilln und Weidelbach
wie Weihnachten und Ostern an einem Tag“, sagte Haigers Bürgermeister Mario Schramm bei der Breitband-Inbetriebnahmeveranstaltung im Weidelbacher Dorfgemeinschaftshaus. 120 Bürger nahmen an dem Treffen teil. 
„Wir freuen uns sehr, dass die beiden Haigerer Stadtteile, die am weitesten von der Kernstadt entfernt liegen, von der Telekom und der Lahn-
Dill-Breitband vorgezogen wurden“, bedankte sich Schramm. Eine funktionierende Versorgung mit „schnellem Internet“ sei heutzutage für Firmen, aber auch für Privatpersonen ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur. Die Versorgung der beiden Ortsteile habe schneller geklappt als ursprünglich geplant, was für eine gute Arbeit des Anbieters spreche, sagte Schramm. Ursprünglich sei der November 2016 als Fertigstellungstermin genannt worden.

Breitband bedeute auch eine Aufwertung der Wohngebäude, denn die Internet-Versorgung spiele bei Verkaufsverhandlungen eine wesentliche Rolle. Der Rathaus-Chef erklärte, er freue sich sehr über das große Interesse der Bevölkerung und das Bestreben der Lahn-Dill-Breitband-Initiative, jeden Ort der 21 LDK-Kommunen mit Glasfaserkabel zu versorgen. Motto: „Breitband in jedes Dorf.“ Offdilln und Weidelbach profitierten noch dazu vom so genannten „Vectoring“ (deutliche Leistungssteigerung), so dass nun 100 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stünden. 
Hermann Steubing von der Lahn-Dill-Breitband lobte die Stadt Haiger und die weiteren 20 Kommunen für deren Engagement in der gemeinsamen Sache, um schnelles Internet im lahn-Dill-Kreis zur Verfügung zu stellen. Der Haigerer Bürgermeister habe darauf bestanden, eine eigene Veranstaltung für die Haigerer Stadtteile anzubieten – der hervorragende Besuch gebe ihm recht. Steubing schilderte die aktuelle Situation im Lahn-Dill-Kreis. Insgesamt würden durch den Kreis und die Kommunen 8,5 Millionen Euro in das Projekt investiert, dessen Gesamtkosten sich auf etwa 40 Millionen Euro belaufen. Steubing lobte die Telekom, die den Auftrag nach einer Ausschreibung erhalten hatte, als „hervorragenden Partner“. In vielen Bereichen seien die prognostizierten Fertigstellungstermine unterschritten worden. 
Von den sieben Ausbauabschnitten im Kreis seien drei vollständig in Betrieb, aktuell könne schon die Hälfte der zu erschließenden 70.000 Haushalte auf schnellere Produkte zugreifen. Von den geplanten 196 Kilometer Tiefbauarbeiten seien bereits 133 Kilometer erledigt. Rund 245 Kilometer der insgesamt 397 Kilometer Glasfaser lägen in der Erde. 
Projektleiter Klaus Bernhardt (Lahn-Dill-Breitband) erklärte, angesichts der zahlreichen Anschlussanträge könne es „einige Tagen dauern, bis die Umstellung erfolgt“. Er berichtete von seinen Erfahrungen zum Beispiel im Landkreis Marburg/Biedenkopf und stand den sehr interessierten Bürgern nach der Veranstaltung Rede und Antwort.

David Schmidt, Account Manager Infrastrukturvertrieb der Telekom (Foto), berichtete, bisher seien 4650 Meter Glasfaserkabel in Offdilln und Weidelbach verlegt und 700 Haushalte angeschlossen worden. Ab dem 16. März (Mittwoch) seien 98 Prozent der Haushalte versorgt. Jetzt könnten auch diverse Telekom-Angebote gebucht werden – vom „Vectoring 100“ bis hin zu Paketen mit deutlich geringerer Leistung (und auch niedrigeren Kosten). „In Zukunft gibt es keine Einschränkungen mehr“, sagte Schmidt. Vom „Smart home“ (der kompletten digitalen Haussteuerung) bis zum einfachen Surfen im Internet sei alles möglich. Der Manager hatte Kollegen mitgebracht, die bereits am Abend mit den Bürgern bereits über deren künftige Möglichkeiten sprachen. Dabei kamen auch technische Fragen (Welchen Router benötige ich? Welche Voraussetzungen muss ich schaffen?) zur Sprache. Deutlich wurde dabei auch, dass „diskriminierungsfrei“ alle Anbieter von Internet-Dienstleistungen das neue Netz nutzen dürfen und die Bürger auch deren Produkte ordern können. Die Telekom hat kein Monopol. 
Gute Nachrichten gibt es auch für viele weitere Haigerer. Wie David Schmidt mitteilte, sollen die Arbeiten im Stadtteil Sechshelden bis zum November dieses Jahres abgeschlossen werden. In den restlichen Haigerer Stadtteilen und der Kernstadt sei Anfang 2017 mit der Fertigstellung zu rechnen. „Das ist sehr erfreulich für unsere Wirtschaft, aber auch für jeden einzelnen Bürger“, sagte Bürgermeister Mario Schramm. (öah/Foto: Telekom)