Sie befinden sich hier: Haiger

Headerbild

Die "Aktion Löscheimer" hat sich gelohnt 

Viele Ehrungen bei den Haigerer Feuerwehren

Die „Aktion Löscheimer“ zur Werbung neuer Mitglieder hat sich gelohnt. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Haigerer Feuerwehren am Samstag in der Stadthalle deutlich. „Wir haben zehn neue Aktive, fünf Jugendfeuerwehrleute sowie 91 passive Mitglieder dazu gewonnen“, berichtete Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro, der zur Hauptversammlung neben zahlreichen Kameradinnen und Kameraden auch Bürgermeister Mario Schramm, den stellvertretenden Kreisbrandinspektor Wolfgang Blicker (für den Brandschutzaufsichtsdienst) und Kai Reeh vom Kreisfeuerwehrverband begrüßen durfte.

In seinem Jahresbericht teilte Dilauro mit, dass die 12 Haigerer Wehren 25 weibliche und 284 männliche Mitglieder (insgesamt also 309) haben. Darunter sind 164 Atemschutzgeräteträger. Drei Mannschaftstransportwagen müssten ersetzt werden, da diese über 20 Jahre alt seien. Das neue Fahrzeug für die Seelbacher Wehr komme sehr wahrscheinlich im April.

Durch die gute Kooperation mit dem Magistrat und Bürgermeister Schramm sei es gelungen, das Geld für eine Wärmebildkamera in den städtischen Etat einzustellen. Anschließend habe man durch gute Verhandlungen zwei Kameras zum Paketpreis erworben. Dilauro dankte den Mitarbeitern des Bauamtes und hier besonders Bernhard Debus und Bernd Habicht. „Wenn wir etwas benötigen, setzen sie das schnell und hilfsbereit um.“ Dilauro dankte auch den Stadträte, die „zu 99,9 Prozent wohlwollend die Feuerwehr unterstützt haben“, und überreichte als Dankeschön ein Präsent.

Im Zusammenhang mit der Werbeaktion „Löscheimer“ dankte Dilauro Seimen Coppola (Sechshelden) und Stephan Stöcklein (Rodenbach), die die Initiative entdeckt und auf Haigerer Verhältnisse zugeschnitten hatten. In abendlichen Sondereinsätzen seien die zahlreichen Eimer beklebt worden. Das Ergebnis sei sehr erfreulich. Neben dem Zugewinn an Aktiven freue man sich auch, dass 91 Haigerer Bürger sich dazu entschieden hätten, die Wehr finanziell zu unterstützen.

Der LDK und 23 Kommunen hätten das innovative Wechsellader-Konzept erfolgreich umgesetzt. Die Grundidee der Feuerwehr Herborn sei weiterentwickelt worden und komme nun im Lahn-Dill-Kreis zum Einsatz. Insgesamt seien fünf Wechsellader und acht Abrollbehälter angeschafft worden – Haiger verfüge über ein Fahrzeug und zwei Abrollbehälter.

Im Haigerer Feuerwehrhaus sei die „Landfunkstelle“, die 1989 in Eigenleistung gebaut worden war, nicht mehr zeitgemäß gewesen. Deshalb sei eine neue Funkstelle entstanden, „die sich sehen lassen kann“. „Sie wird uns in Zukunft die Arbeit erleichtern“, war Dilauro überzeugt.

Im Feuerwehrhaus Roßbachtal habe es Probleme mit Feuchtigkeit gegeben. Nachdem das Bauamt die Situation überprüft habe, sei eine neue Drainage verlegt worden, so dass es nun keine Schwierigkeiten mehr mit Feuchtigkeit gebe. Die Planungen für einen neuen Umkleideraum seien im Gange.

Im Feuerwehrhaus Haiger-Seelbach habe es beengte Verkehrswege durch Einsatzmittel gegeben. Nachdem eine Garage aus Haiger nach Seelbach transportiert worden sei, sei auch dieses Platzproblem gelöst, wobei das Bauamt die Wehr gewohnt tatkräftig unterstützt habe.

Der Digitalfunk sei in die Autos eingebaut worden. Meldeempfänger seien im Testbetrieb, die Anschaffung von „Pagern“ sei geplant. Als problematisch erweise sich die Übermittlung von Einsatzhinweisen und die Alarmierung durch die Leitstelle. „Hier gibt es Nachbesserungsbedarf“, sagte Dilauro.

Zahlreiche Haigerer Feuerwehrleute unterstützen die Stadt Herborn beim Hessentag. Sie haben die brandschutztechnische Betreuung der Hessentagsstraße in zwei Schichten mit 12 Leuten übernommen. Insgesamt 120 Personen arbeiten mit.

Als Priorität für das Jahr 2016 nannte Dilauro den Neubau des Feuerwehrhauses Dillbrecht. „Das ist ganz wichtig und sollte schnell zum Abschluss gebracht werden.“

In einem gelungenen Jahresrückblick in Form eines Filmes erinnerte Dilauro an die Einsätze des Jahres 2015 und dankte den Kameraden für „365 Tage Einsatz für die Bürger der Stadt“.

Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Kepper berichtete von elf Jugendwehren mit 120 Mitgliedern (95 Jungen, 25 Mädchen). Vier junge Leute habe man in die Einsatzabteilung übernehmen können. Erfreulicherweise gebe es viele Einsteiger. Die Schwerpunkte im vergangenen Jahr lagen bei Übungen, der Ausbildung und allgemeiner Jugendarbeit. In diesem Jahr fand bereits ein Ausflug zum Skispringen in Willingen statt. Geplant sind noch ein Ausbildungstag, das Verbands-Zeltlager am Hammerweiher und der „Tag der jungen Helfer“ beim Hessentag.

„Es wird immer schwieriger, die Kinder für unsere Arbeit zu gewinnen. Leider ist die Teilnahme bei der Jugendfeuerwehr erst ab zehn Jahren möglich – dann haben die Kinder oft bereits andere Hobbys“, stellte Sascha Kepper fest und erklärte abschließend: „Ohne Jugend keine Zukunft!“

Bürgermeister Mario Schramm lobte in seinem Grußwort die Wehr und ihre Jugendarbeit: „Das funktioniert in Haiger und den Stadtteilen hervorragend.“ Der Rathaus-Chef zitiert den ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss: „Die Sorge und Hilfe für andere Menschen, ist das wertvollste Kapitel im Haushalt der Menschheit. Solange es Leute gibt, die bereit sind, sich für andere einzusetzen, ist es nicht so schlecht um die Welt bestellt.“ Er dankte allen Einsatzkräften, „die ihre Freizeit in den Dienst der guten Sache stellen, und deren Familien.

„Die städtischen Gremien wissen um die Bedeutung des Brandschutzes“, sagte Schramm. Deshalb seien im Haushalt 2016 alle notwendigen Mittel für den Brandschutz enthalten, keine Position sei gestrichen worden. Das Feuerwehrhaus in Dillbrecht sei in der Planung, die Zusage für eine Paketvergabe des Auftrages liege vor. Jetzt könne die Maßnahme schnell umgesetzt werden, allerdings gehe man im Rathaus von einer Bauzeit von sechs bis neun Monaten aus. In Haiger werde nach Ostern die Wetterschutz-Bedachung für die Abrollbehälter gebaut.

Die Verwaltungsarbeit im Nachgang von Einsätzen habe ein riesiges Maß angenommen, meinte Schramm. „Dieser riesige Aufwand ist fast nicht mehr nachvollziehbar.“ Die Organisation im Rathaus sei verändert worden. Die Stabsstelle Brand- und Zivilschutz sei eingerichtet worden. „Das bringt kürzere Wege und ist sehr gut angelaufen.“ Die Feuerwehr-Kameraden seien ein unverzichtbarer Bestandteil des Sicherheitskonzeptes der Stadt und hätten 2015 und 2016 viel geleistet. „Ich hoffe, dass Sie weiter mit Spaß und Engagement aktiv sind und nach allen Einsätzen stets gesund ins Feuerwehrhaus zurückkehren“, sagte der Bürgermeister abschließend.

Der stellvertretende „KBI“ Wolfgang Blicker dankte den Haigerern für ihre Einsatzbereitschaft. „Haiger war immer gerne zu Diensten, wenn der Lahn-Dill-Kreis angefragt hat. Wir sind von Euch nie enttäuscht worden.“ So hätten Haigerer Wehrleute angepackt, als in Wetzlar und Herborn Unterkünfte für Flüchtlinge hätten gebaut werden müssen. „Das war eine beispielhafte Zusammenarbeit. Wir Feuerwehren helfen jedem, der in Not ist – egal ob Bürger oder Gast“, sagte Blicker.

Herborns Stadtbrandinspektor Kai Reeh informierte über den im Mai stattfindenden Hessentag, den er als „große Gemeinschaftsleistung“ bezeichnete. Das Sicherheitsniveau sei nicht allein mit Herborner Personal zu erreichen. Über 800 Positionen seien zu besetzen, wobei Haiger die Altstadt übernommen habe. „Das ist ein sehr sensibler Bereich und eine riesige Herausforderung.“

Statistische Daten

Die Haigerer Wehren wurden im Jahr 2015 insgesamt 268 Mal alarmiert. Darunter waren 72 Brandeinsätze, 80 Hilfeleistungen, 89 automatische Brandmeldungen, drei Fehlalarme und 17 Brandsicherheitsdienste. Daraus ergaben sich für das Jahr 2015 insgesamt 3828 Einsatzstunden.

Für 2015 gliederten sich die Einsätze wie folgt: Kleinbrände 53, Mittelbrände 9, Großbrände 10, Technische Hilfeleistungen 80, Einsätze durch Auslösen einer Brandmeldeanlage 89, Brandsicherheitsdienste 17, Fehlalarme 2.

Dazu wurden 265 Übungsdienste mit 7034 Übungsstunden abgehalten.

Ehrungen/Beförderungen

Bei der Feuerwehr Langenaubach wurde Timo Pfaff (stellv. Wehrführer) auf eigenen Wunsch verabschiedet. Olaf Gyrnich wurde zum neuen stellvertretenden Wehrführer ernannt. Bei der Feuerwehr Seelbach wurden der Wehrführer Patrick Reichmann und der stv. Wehrführer Sebastian Krumm nach einer Wiederwahl ernannt.

Übergänge in die Alters- und Ehrenabteilung mit Vollendung des 60. Lebensjahres

Langenaubach - Heinz-Walter Klaas

Offdilln - Hans-Werner Hofmann, Bernd-Dieter Hofheinz

Seelbach - Benno Rompf

Weidelbach - Martin Schüler

Weidelbach - Hans-Joachim Siebel

Übergänge in die Alters- und Ehrenabteilung mit Vollendung des 65. Lebensjahres

Fellerdilln - Klaus Rüchlick

Haiger - Peter Wagenknecht

Sechshelden - Jürgen Strömmer

Verlängerung der Dienstzeit 60 Jahre bis 65 Jahre

Langenaubach - Manfred Schneider

Steinbach - Heiko Daub

Verleihung von Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst in Silber:

Dillbrecht - Horst Debus

Fellerdilln - Kevin Schönau

Langenaubach - Sascha Gyrnich

Weidelbach - Jochen Becker, Michel Paulenz, Michael Schüler

Verleihung von Brandschutzehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst in Gold

Haiger - Ralf Wagner

Weidelbach - Wolfgang Becker

Verleihung Anerkennungsprämie für zehn Jahre

Haiger - Nils Wagner

Offdilln - René Hofmann

Rodenbach - Michael Haas

Roßbachtal - Arnd-Walter Jung, Patrick Nonn

Sechshelden - John Haas

Sechshelden - Neil Haas

Seelbach - Patrick Busch

Weidelbach - Björn Becker

Verleihung Anerkennungsprämie für 20 Jahre

Dillbrecht - Steffen Franz

Fellerdilln - Mike Letzerich

Offdilln - Bernd-Dieter Hofheinz

Roßbachtal - Simon Schmidt

Sechshelden - Michael Hepp

Weidelbach - Jan Klingelhöfer

Weidelbach - Michel Paulenz

Weidelbach - André Pulferich, Heiko Pulferich

Verleihung Anerkennungsprämie für 30 Jahre

Allendorf - Roger Petry

Dillbrecht - Georg Debus

Haiger - Andreas Dilauro, Carsten Orth, Michael Weller

Langenaubach - Carsten Lang

Verleihung Anerkennungsprämie für 40 Jahre

Weidelbach - Hans-Joachim Siebel

Beförderungen

Feuerwehr Roßbachtal Alexander Bretsch (Wehrführer)

Feuerwehr Sechshelden Florian Borchardt (Stellv. Wehrführer)