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Über 2,6 Mio. Ehrenamtsstunden geleistet

Andreas Dilauro bleibt Stadtbrandinspektor – Baubeginn in Dillbrecht in Kürze zu erwarten 

Erfolgreiche Wiederwahl: Kreisbrandinspektor Rupert Heege (rechts) und Bürgermeister Mario Schramm (links) gratulieren (von rechts) Andreas Dilauro, Olaf Gyrnich und Sascha Kepper. 

 

„Sie haben im vergangenen Jahr durch Ihre 24-Stunden-Bereitschaft über 2,6 Millionen Ehrenamtsstunden geleistet – das ist nicht zu toppen“, sagte Bürgermeister Mario Schramm im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Haigerer Feuerwehren in der Stadthalle. Bei der Sitzung wurden Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro und sein „Vize“ Olaf Gyrnich in ihren Ämtern bestätigt.

Unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Rupert Heege gingen die Wahlen schnell über die Bühne. Der Wehrführerausschuss hatte Andreas Dilauro nominiert, der mit Jörg Pfaff (Roßbachtal) einen Gegenkandidaten hatte. Von den 169 Wahlberechtigten stimmten 123 für Dilauro und 33 für Pfaff (je fünf Enthaltungen bzw. ungültige Stimmen). Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Olaf Gyrnich wurde bei zwei Enthaltungen mit großer Mehrheit gewählt. Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Kepper bleibt ebenfalls im Amt – bei seiner Wahl gab es lediglich eine Enthaltung. 

„Es gab viel Lob für unsere Arbeit beim Hessentag in Herborn. Ich kann nur sagen, wir wären auch bereit für einen Hessentag in Haiger“, sagte Andreas Dilauro bei seinem Jahresbericht. Das bestätigte Rupert Heege vom Brandschutzaufsichtsdienst: „Ihr habt bewiesen, dass Ihr fähig für den Hessentag seid.“ Er dankte den Wehren für ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr und berichtete, es kämen gravierende Änderungen auf die Feuerwehren zu. Dazu gehörten zum Beispiel die Einführung der digitalen Alarmierung sowie der Umbau und Neubau der zentralen Leitstelle. Alle 26 Leitstellen in Hessen würden einheitlich ausgestattet und umgebaut, so dass benachbarte Leitstellen im Notfall (z.B. Stromausfall) die Aufgaben übernehmen könnten.

Auch das so genannte „ECall- System“ für Pkw müsse europaweit auf die Notfall-Leitstellen umgeleitet werden. Götz Konrad vom Feuerwehrverband Dillkreis lobte ebenfalls den Hessentags-Einsatz. „Ihr habt in Herborn super geholfen und habt es Euch verdient, dafür etwas zurück zu bekommen.“ Sehr erfreulich sei die gute Nachwuchsarbeit in Haiger. „Hier wird an zahlreichen Standorten eine sehr gute Jugendarbeit geleistet“, sagte der Eschenburger Bürgermeister: „Die beste Werbung für eine Feuerwehr ist eine gute Feuerwehr.“

Mit dem Schiller-Zitat „Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht“ begann das Grußwort von Bürgermeister Mario Schramm. Der Brandschutz stelle eine riesige Pflichtaufgabe des Gemeinwesens und somit der Stadt Haiger dar und werde von den Kameraden und Kameradinnen durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit gewährleistet. „300 ehrenamtliche Kameraden leisten über 2,6 Millionen Ehrenamtsstunden – sie sind quasi 24 Stunden am Tag durch ihre Bereitschaft im Ehrenamt.“ Diese Zahl müsse „genannt und gewürdigt werden“.

Die Wehrleute wollten „für andere Menschen da sein“ und hätten das auch im vergangenen Jahr bewiesen. Die Aufgabenstellungen seien durch die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe sowie Wohngebieten umfangreicher, interessanter und vielfältiger geworden. Die Haigerer Truppe stelle sich den täglich neuen Anforderungen und zeige großen Fleiß bei Übungen und Lehrgängen. Schramm, der gemeinsam mit dem fast kompletten Magistrat an der Versammlung teilnahm, dankte auch den Familien, „die die Kameradinnen und Kameraden gehen lassen und auf Stunden der Gemeinsamkeit verzichten“. Die „Florianer“ könnten sicher sein, dass „uns die Gewichtung der Haigerer Wehren nicht entgeht“. Alle vom Stadtbrandinspektor angemeldeten Mittel seien im städtischen Haushalt enthalten und könnten auch umgesetzt werden.

In Sachen Feuerwehrhaus Dillbrecht sei ein „Ende des Tunnels zu sehen“. Das Projekt sei auf der Zielgeraden und könne, wenn alles nach Plan ablaufe, noch in diesem Jahr eingeweiht werden, sagte Schramm. „Das ist ein echter Meilenstein“, kommentierte Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro. Die Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Feuerwehr funktioniere gut, lobte Schramm den „SBI“. Dilauro meistere ganz hervorragend die Verwaltungsarbeit, die nicht unbedingt zu den Aufgaben eines ehrenamtlichen Stadtbrandinspektors gehörten.

„Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre vieles in der Gesellschaft nicht zu schultern. Die Wehren sind ein wesentlicher Bestandteil des Sicherheitskonzepts unserer Stadt und der 13 Stadtteile, deshalb soll ehrenamtliches Engagement intensiv unterstützt werden“, schloss Bürgermeister Schramm sein Grußwort: „Bitte bleiben Sie dem aktiven Dienst treu.“

Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Kepper berichtete von der Arbeit der elf Jugendfeuerwehren, die 2016 insgesamt 439,5 Stunden in feuerwehrtechnische Ausbildung und 372,5 Stunden in allgemeine Jugendarbeit investierten. Hinzu kamen weitere 546 Stunden der Betreuer. Zu Beginn des Jahres hatte die Jugendfeuerwehr 125 Mitglieder, am Ende waren es 135, obwohl zehn Jugendliche in die Einsatzabteilung wechselten. „Einige Jugendfeuerwehren haben immer noch Nachwuchssorgen“, berichtete Kepper. Und das, obwohl viele Aktivitäten wie das Verbandszeltlager am Hammerweiher oder der Wettbewerb um die Leistungsspange, den die Haigerer mit sehr guter Leistung bestanden, auf dem Programm stünden. Kepper dankte den Betreuern und erinnerte daran, dass die Jugendfeuerwehr Haigerseelbach im Juni dieses Jahres ihr 30-jähriges Bestehen feiert. Den Einsatzabteilungen rief er zu: „Kümmert Euch um die neuen Kameraden, gebt ihnen einen 'Paten‘ an die Hand und erwartet nicht, dass sie schon alles wissen.“ Ohne den Nachwuchs sähe die Zukunft der Feuerwehren düster aus.

Lob für Kepper und die Mitarbeiter im Bereich der Jugendwehren kam von Stadtbrandinspektor Dilauro: „Wir alle profitieren von der tollen Arbeit der Jugendfeuerwehr.“

Im Rahmen der Hauptversammlung wurden der stellvertretende Rodenbacher Wehrführer Ingo Geiß sowie der Offdillner Wehrführer Attila Hartmann verabschiedet. Begrüßt wurden der neue Allendorfer Wehrführer Björn Fey und sein Stellvertreter Torsten Fey, Rodenbachs stellvertretender Wehrführer Eckhard Franz, Sechsheldens Wehrführer Seimen Coppola und sein „Vize” Florian Borchardt sowie für die Feuerwehr Offdilln Wehrführer Raphael Hofmann und sein „Vize” Florian Nießen. In die Alters.– und Ehrenabteilung wechselten mit Vollendung des 60. Lebensjahres Dietmar Krumm (Dillbrecht) und Rolf Letzerich (Fellerdilln). Die Dienstzeit von Joachim Hees (Fellerdilln) wurde verlängert.

Brandschutzehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten: Björn Fey (Allendorf), Torsten Fey (Allendorf), Horst Debus, Mike Manderbach, Harald Theis, Holger Trinks (Dillbrecht), Simon Schmidt (Roßbachtal), Tim Arnold (Sechshelden), Dajen Sabrina Klingelhöfer (Weidelbach), Michael Schüler (Weidelbach, nicht anwesend). Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst erhielten: Hartmut Sieber (Haiger, nicht anwesend), Uwe Becker (Weidelbach).

Zum Brandmeister befördert wurde Raphael Hofmann (Wehrführer Offdilln), Oberbrandmeister ist nun Jürgen Wilhelm (stv. Wehrführer, Haiger).

Beförderungen und Verabschiedungen (v.l.): Luca Schupp, Timo Pfaff, Raphael Hofmann, Jürgen Wilhelm, Attila Hartmann, Dietmar Krumm, Stadtbrandinspektor Dilauro und Bürgermeister Schramm. 

 

 

Übergabe der Brandschutzehrenzeichen: Unser Bild zeigt (v.l.) Bürgermeister Schramm, Stadtbrandinspektor Dilauro, Uwe Becker, Mike Manderbach, Holger Trinks, Björn Fey, Harald Theiß, Tim Arnold, Thorsten Fey, Dajen Klingelhöfer, Simon Schmidt und Kreisbrandinspektor Heege.

Interessante Zahlen zur Feuerwehr

Wie Stadtbrandinspektor Andreas Dilauro berichtete, wurden die Haigerer Wehren im Jahr 2016 insgesamt 269 Mal alarmiert. Die Einsätze unterteilten sich in 57 Brandeinsätze, 54 Hilfeleistungen, 89 automatische Brandmeldungen, fünf Fehlalarme und 64 Brandsicherheitsdienste (hauptsächlich Brandsicherheitsdienst in der Hessentagsstraße in Herborn). Daraus ergaben sich für das Jahr 2016 insgesamt 3724 Einsatzstunden.

2016 gab es 44 Kleinbrände 44, acht Mittelbrände, drei Großbrände, 54 technische Hilfeleistungen, 89 Einsätze durch Auslösen einer Brandmeldeanlage, 64 Brandsicher- heitsdienste und fünf Fehlalarme. Dazu fanden 270 Übungsdienste mit 7198 Übungsstunden statt. Hinzu kam die Teil- nahme an vielen Lehrgängen. Als problematisch bezeichnete Andreas Dilauro die Erste-Hilfe-Kurse. Diese bestün- den aus neun Stunden Schulung: „Das bedeutet für unsere Kameraden drei Samstage, und das ist nicht für jeden zu leisten“. Zum 31. Dezember 2016 gab es 27 weibliche und 281 männliche Mitglieder. Die Alters- und Ehrenabteilung hat 75 Mitglieder. „Dass uns die Kameraden lange treu bleiben, ist eine tolle Geschichte“, freute sich Dilauro.