Sie befinden sich hier: Haiger

Headerbild

Erinnerung an gelebte Freundschaft 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgermeister Mario Schramm eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Gretl Gräb, Sophia und Susanne Menges, Sibylle Kasteleiner und Ellen Debus (v.l.). Foto: Stadt Haiger 

 

AUSSTELLUNG Haiger erinnert an Partnerschafts-Jubiläen

 

HAIGER Partnerschaften kann man nicht verordnen, sie müssen gelebt werden. Das beweist die Sonderausstellung des Haigerer Heimatmuseums, die jetzt eröffnet wurde. Sie befasst sich mit den  drei Haigerer Partnerschaftsjubiläen, die in diesem Jahr gefeiert werden.

 

Die Freundschaft zu Plombières-lès-Dijon dauert bereits 50 Jahre, mit dem französischen Montville und Wolfsberg (Thüringen) feiert 25-jähriges Bestehen. Im Heimatmuseum werden Fotos, Zeitungsberichte, Dokumente und andere Exponate aus den Jahren der Verschwisterung gezeigt.

„Ich finde es fantastisch, dass diese Partnerschaften schon so lange existieren“, sagte Bürgermeister Mario Schramm bei der Ausstellungseröffnung. Die Schau im Heimatmuseum zeige eindrucksvoll, „dass man mit der Stadt Haiger und den Stadtteilen gute Freundschaften pflegen kann“. Es handele sich um eine gelebte Freundschaft durch Vereine oder Privatpersonen. „Nur so geht es, Freundschaft kann man nicht befehlen“, sagte Schramm und lobte Susanne Menges und Sibylle Kasteleiner, die für das Heimatmuseum zuständig sind und die Schau vorbereitet hatten.

„Es ist interessant, dass die drei Partnerschaften auf völlig unterschiedliche Weise zustande gekommen sind“, berichtete Susanne Menges. Die Freundschaft zwischen Sechshelden und Plombières-lès-Dijon begann eigentlich bereits im Winter 1940/41, als der französische Kriegsgefangene Anton Bossard krank in einer unbeheizten Scheune in Sechshelden lag. Die Familie Hutschmann sorgte trotz strenger Verbote dafür, dass der „Feind“ warme Milch erhielt und wieder gesund werden konnte. Diese Geste der Menschlichkeit war der Ausgangspunkt für eine Beziehung, die aus Kriegsgegnern Freunde machte, als das noch lange nicht selbstverständlich war.

Nach dem Krieg kamen Anton und sein Bruder Josef Bossard zurück nach Sechshelden, um sich bei den Menschen zu bedanken, die ihnen während des Krieges geholfen hatten. Als Sechsheldens Bürgermeister Kurziel nach Plombières kam, wurde der Gedanke der Verschwisterung geboren.

Der Gedanke einer Partnerschaft mit einer ausländischen Gemeinde beschäftigte die Haigerer schon seit 1968. Doch erst 1991 wurde es konkret. Dass es eine französische Partnergemeinde wurde, lag am Schüleraustausch der Johann-Textor-Schule mit dem Collège Eugène Noel in Montville, der 1979 begann. Die dadurch entstandenen Kontakte führten dazu, dass 1991 in Montville die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet wurde.

Die Freundschaft ist ebenso jung und frisch geblieben wie die Beziehung zu Wolfsberg. Als nach der Wende die Länder Hessen und Thüringen „Verwaltungshilfeverträge“ schlossen, konnte niemand ahnen, dass daraus eine Freundschaft zwischen Menschen beider Regionen entstehen würde.Haigers Bürgermeister Dr. Gerhard Zoubek und Georg Juchheim in Wolfsberg (damals noch Gräfinau-Angstedt) tauschten sich viel über die neue Verwaltungsstruktur der thüringischen Gemeinde aus und wurden Freunde. Das gute Verhältnis machte Schule und führte dazu, dass vielfältige Beziehungen zwischen Haiger und Wolfsberg geknüpft wurden. Vereine besuchen sich regelmäßig, natürlich sind die Wolfsberger gern gesehene Gäste bei den Thüringer Tagen in Haiger, die alle zwei Jahre stattfinden.

Die Ausstellung wird noch bis zum Jahresende zu sehen sein. Die Öffnungszeiten für das Museum sind montags bis freitags 10 bis 17 Uhr und samstags 10 bis 13 Uhr (Eingang durch das Museumsstübchen). Einzel- und Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich.

Kontakt: Stadt Haiger, Tel.: 02773/811-150 oder 811-140.  (öah)