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Pferd, Hund - oder doch besser eine Schildkröte?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allendorfer Vorschulkinder zu Gast im „Parlament“

 

HAIGER-ALLENDORF Wollen wir ein Häschen, einen Hund oder doch lieber ein Pferd? So ein Parlamentarier hat es manchmal echt schwer, wenn es um Entscheidungen geht. Das merkten die Vorschulkinder des Allendorfer Kindergartens „Steckemännchen“ bei ihrem Besuch im Haigerer Rathaus.

Bürgermeister Mario Schramm und Kulturamtsleiter Andreas Rompf empfingen die neun Kinder im Stadtverordneten-Sitzungssaal, wo kurz darauf – mit Unterstützung durch den Rathaus-Chef – eine echte Sitzung des Kindergarten-Parlaments über die Bühne ging. Und dabei standen durchaus interessante Themen auf der Tagesordnung. So beschlossen die von KiTa-Leiterin Katrin Reichel und Erzieherin Tanja Hardt-Münner begleiteten Mädchen und Jungen, dass von einem Spendenbetrag nicht etwa Laufräder, sondern ein neues Planschbecken angeschafft werden soll. Mit sechs zu drei Stimmen fiel die Entscheidung knapp aus.

Auch bei der Frage, ob es künftig zum Frühstück einen Schokoladenaufstrich geben soll, kamen die Kids zu einer Einigung. Klar! Auch hier lautete das Abstimmungsverhältnis 6:3.

Spannend wurde es beim Thema Tiere. Natürlich sprach viel für ein Pferd, und der ein oder andere hatte auch schon Ideen, wo der Vierbeiner übers Wochenende beaufsichtigt werden könnte. „Ich nehm‘ das Pferd mit zu mir, wir haben Platz im Garten.“ Andererseits hängen mit der Anschaffung eines Tieres viele Faktoren zusammen. „Wir brauchen dann auch einen Stall mit Stroh, wo das Pferd Kacka machen kann.“ Und weil es so viele offene Fragen gab, wurde – genau wie in der Politik - ein Kompromiss gefunden. Die Kinder entschieden, sich zunächst mal für zwei Tage eine Landschildkröte auszuleihen. Wenn das gut klappt, soll nachher weiter über ein Haustier nachgedacht werden.

Die Kinder diskutierten fleißig und genossen es sichtlich, bei Fragen auch mal den Bürgermeister konsultieren zu können. Der gab gute Ratschläge („Vergesst nicht, dass Ihr mit einem Hund auch regelmäßig Gassi gehen müsst“) und berichtete aus der Arbeit des Stadtparlaments. „Ein solches Parlament ist genau wie Euer Kinderparlament eine ganz wichtige Sache“, sagte Schramm. Wie im Kinderparlament darf auch in der Stadtverordnetenversammlung nur der reden, der sich vorher gemeldet hat. Und wenn es zu laut zugehe, dann müsse der Stadtverordnetenvorsteher mit der Bimmel für Ruhe sorgen, erklärte der Rathaus-Chef. Doch auch dieser Brauch war den Kindern längst bekannt. „Allerdings ist unsere Glocke viel lauter“, bemerkte ein Mädchen.

Zum Abschluss erhielten die Kinder Erinnerungsgeschenke und einen Haigerer Bildband. Gut möglich, dass sie bald zu einer Sitzung  des „echten“ Stadtparlaments wieder ins Rathaus zurückkehren.