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In das Wohnquartier "Obertor" kommt Bewegung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir wollen uns weiter nach vorne entwickeln. Und eines der interessantesten Entwicklungspotenziale liegt im Bereich Obertor“, sagte Haigers Bürgermeister Mario Schramm nach einem Rundgang mit Denkmalpflegern, Bauexperten und Investoren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besprechung am Obertor: Bürgermeister Mario Schramm, Investor Roland Kring, Architekt Wolfgang Kell, Jörg Engel, Haigers Bauamtsleiter André Münker und Bauoberrat Udo Schreiber vom Landesamt für Denkmalpflege diskutieren über die Entwicklungsmöglichkeiten des „Quartiers“. (Foto: Stadt Haiger)

 

Schramm hatte Bauoberrat Udo Schreiber vom Landesamt für Denkmalpflege und Susanne Milch, die beim Lahn-Dill-Kreis für Denkmalspflege zuständig ist, zu einem Ortstermin ans Obertor in Haiger eingeladen,  nachdem die Stadtverordnetenversammlung kürzlich den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Quartierentwicklung Obertor“  gefasst hatte. „Mir ist es wichtig, dass dieser aus historischer und neuzeitlicher Sicht ein wichtige Entwicklungsbereich der Kernstadt eine in sich stimmige und städtebaulich vertretbare Entwicklung annimmt“, betonte der Rathaus-Chef.  Aus diesem Grund hatte er zum Ortstermin auch den Eigentümer der beiden sehr stark sanierungsbedürftigen Fachwerkhäuser mit den Hausnummern 4 und 6 eingeladen.

Roland Kring hatte bereits 2014 diese beiden Häuser gekauft – sie stehen am Anfang der Straße „Obertor“ direkt hinter der Gaststätte und somit am Anfang der Straße „Obertor“ und sollen nun auf Drängen der Stadt schnellstmöglich saniert werden. .  Susanne Milch erklärte, dass die ersten drei  Häuser sowie die in Richtung „Allendorfer Straße“ dahinter liegenden Grundstücke aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ein in sich geschlossenes Gebiet darstellen und deshalb nicht abgerissen werden dürfen. „Jede weitere Bebauung in diesem Bereich muss sich in das denkmalgeschützte Gesamtbild einfügen“, sagte Schreiber.  

Das Ziel des Bebauungsplanes sei es, das Quartier, in dem einige der ältesten Haigerer Häuser  stehen, aus städtebaulichen Gesichtspunkten sinnvoll zu entwickeln. Dies auch im Hinblick auf den geplanten Hessentag, in dessen Flächenkonzept der Bereich „Obertor“ möglicherweise integriert werden könnte.

Wenn ein Bebauungsplan in der Aufstellung befindlich sei, so Schramm, wäre die Stadt in der Lage, bei Veränderungen, Neubauten oder Um- und Anbauten mitreden zu können. Ungewünschte Bauten oder Umbauten seien dann nicht mehr möglich.

Investor Roland Kring (Steinbach), der in direkter Nachbarschaft das Möbelhaus Klein umgebaut und zahlreiche Mietwohnungen gebaut hat, will die beiden Häuser mit den Nummern 4 und 6 zu schmucken Wohnhäusern umbauen. Das teilte er während des Ortstermins mit. Bei Haus Nummer 4 bleibt wahrscheinlich nur die Außenfassade erhalten, da der Rest zu marode ist  – es entsteht ein so genanntes „Haus im Haus“.

Das zweite Gebäude (Nr. 6) ist ein so genannter „traufständiger, in Fachwerkbauweise errichteter klassizistischer Typenbau“, wobei es sich hier um ein „Einzelkulturdenkmal“ und somit ein charakteristisches Beispiel der alten Stadterweiterung am Obertor darstellt. Das Gebäude soll unbedingt in seiner gesamten Substanz erhalten werden. 

„Wenn dies alles so umgesetzt wird, gibt dieser Bereich gute städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten unter Wahrung des Denkmalschutzes“, sind sich Susanne Milch und  Udo Schreiber einig. Bürgermeister Schramm machte deutlich, dass die Stadt an einem Konzept arbeite, in das auch benachbarte Gebäude einbezogen würden. Ein Gebiet, das so dicht an der Kernstadt liege, biete gute Perspektiven und Bedarfe für den Bau von Wohnungen oder auch Ferienwohnungen mit Gastronomie, ist Bürgermeister Schramm überzeugt. (öah)