Dankbarkeit und Stolz


„Wir sind dankbar und stolz für alles, was Sie geleistet haben. Wir danken Ihnen allen wir für Ihre eingebrachte Zeit, Ihre Kraft und Ihren Mut im Einsatz für die Bürgerschaft dieser Stadt“, sagte Haigers Stadtverordnetenvorsteher Bernd Seipel (CDU) kürzlich in der Sondersitzung des Haigerer Stadtparlaments. In dieser Sitzung wurden nicht nur die Haushaltsplan-Entwürfe der Verwaltung und der Stadtwerke vorgestellt, sondern auch verdiente Feuerwehrleute geehrt. Sechs Kameraden dürfen sich ab sofort Ehren-Wehrführer, weitere zwei sogar Ehren-Stadtbrandinspektor nennen. 

In einer sehr emotionalen Rede hob Parlamentspräsident Bernd Seipel die Verdienste der Wehrleute hervor. „Wir reden heute über Menschen, die sich zum Teil schon sehr früh in ihrem Leben dazu entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen – und zwar in der Feuerwehr.“ Seipel erinnerte an den Großbrand im Roßbachtal im August. „Plötzlich gab es eine gefährliche Bedrohung in der Nähe unserer Wohnorte. Das Feuer war kaum zu bremsen, flammte immer wieder auf, musste unter Aufsicht bleiben“, blickte Seipel zurück. Es sei von gut ausgestatteten und gut ausgebildeten Einsatzkräften – Frauen und Männern - bekämpft und kontrolliert worden.

„Physis und Psyche werden enorm beansprucht“

Im Jahresverlauf der Wehren gebe es eine Vielzahl von Einsätzen. Kleine, aber auch spektakuläre: Alle zu Ehrenden seien zum Beispiel 1995 beteiligt gewesen, als in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb in Flammersbach ein Großbrand bekämpft werden musste. „Alle Kameraden bis auf einen waren seinerzeit in Führungsverantwortung und sind gemeinsam, koordiniert und wirkungsvoll einer enormen Herausforderung begegnet - das ist gut gelungen“, sagte Seipel. 

Allein 10 bis 15 Einsätze gebe es jährlich auf der Autobahnlinie 45, oft auch mit eingeklemmten Personen und anderen schwierigen Umständen. „Physis und Psyche der Helfer werden enorm beansprucht - hinzu kommen zunehmende Aggression der Beteiligten und Beobachter“, fasste der Stadtverordnetenvorsteher zusammen: „Diese Ereignisse begleiten die Feuerwehrleute tage- und nächtelang.“

Seibel erinnerte auch an 1987, das „schlimmste Jahr der Haigerer Feuerwehr“, als am 6. Juni 1987 drei Feuerwehrleute auf der Autobahn verloren ihr Leben im Einsatz verloren, weil sie sich für andere engagierten. Das Parlament und die Besucher der Sitzung würdigten die Verstorbenen Pasquale Dilauro, Bruno Kasteleiner und Heinz Menges mit einer Gedenkminute.

Anschließend wurden Feuerwehrmänner geehrt, die sich in mindestens 20 Jahre herausgehobener Verantwortung als Ehrenbeamte (stv. Wehrführer/ Wehrführer, stv. Standbrandinspektor/Stadtbrandinspektor) besonders um das Wohl der Bürger verdient gemacht haben. Neben dem Ehrentitel erhielten alle eine Urkunde und ein Präsent.

Haiger: Dieter Peter darf sich künftig Ehren-Stadtbrandinspektor nennen. Er ist ein Feuerwehrmann mit besonderer Erfahrung und Verantwortung. Sein Dienst begann 1968 in Langenaubach, 1973 wechselte er nach Haiger. 

Von 1982 bis 2000 war er Wehrführer und von 1985 bis 2007 Stadtbrandinspektor. Er war von 1982 bis 2007 Ehrenbeamter darunter unter andeem 22 Jahre Stadtbrandinspektor. Darüber hinaus arbeitete er ab 1978 zehn Jahre als Kreisbrandmeister mit. „In 37 Jahren als Ehrenbeamter haben Sie mit Besonnenheit und Offenheit für Neues, vorausschauend und abwägend, Meilensteine für die Feuerwehr Haiger gesetzt und waren ein Vorbild für viele“, sagte Seipel. 

Langenaubach: Auch Olaf Gyrnich ist jetzt Ehren-Stadtbrandinspektor. Er war 20 Jahre lang (1993 - 2013) Wehrführer in Langenaubach und 12 Jahre stellvertretender Stadtbrandinspektor (2007 – 2019). Er habe sich um die bestmögliche Ausstattung für die Wehren gekümmert und die Ausrüstung immer möglichst auf dem aktuellen Stand gehalten. Gyrnich sei „ein Mann der Tat“, sagte Seipel. Das gelte für viele Wehrleute, die als ruhige, nicht in den Vordergrund drängende Persönlichkeiten beschrieben werden könnten. 

Personen, die sich nicht nach vorne drängen 

Weidelbach: Auch Uwe Becker aus Weidelbach (Wehrführer 1992 bis 2013) scheint ein Vorbild zu sein, denn sein Sohn Björn ist mittlerweile ebenfalls Wehrführer. Beckers Dienstrang ist Oberlöschmeister. 

Haigerseelbach: In Seelbach wurden mit Uwe Rompf (stv. Wehrführer) und  Armin Bohn  (Wehrführer) gleich zwei Aktivposten geehrt. Beide sind bis heute aktiv und hatten immer eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Armin Bohn ist Brandmeister und war von 1989 bis 2011 Wehrführer. In der gleichen Zeit war Uwe Rompf sein Stellvertreter. Er ist Oberlöschmeister. Beide dürfen sich Ehren-Wehrführer nennen.

Offdilln: Attila Hartmann war über 20 Jahre Wehrführer und wurde anerkennend und scherzhaft „Ortsbrandmeister Oberes Dilltal“ genannt. Der Brandmeister, der seit Jahren auch im Stadtparlament seinen Mann steht, ist jetzt auch Ehren-Wehrführer. 

Roßbachtal: Oberlöschmeister Gerhard Benner wurde in Niederroßbach geboren und war in seiner Heimat von 1991 bis 2015 Wehrführer. Er wird als ruhiger, zurückhaltender und sehr humorvoller Mensch beschrieben und trägt jetzt den Titel Ehren-Wehrführer. 

Rodenbach: Bruno Rockensüß ist der „Mister Feuerwehr“ in Rodenbach. Seit 1959 ist er in der Einsatzabteilung, von 1970 bis 2000 war er 30 Jahre lang Wehrführer. Der Oberbrandmeister galt als akribischer Vorbereiter und Vorbild für viele junge Wehrleute.