Trubel und Frühlingsstimmung auf dem Marktplatz


Sonnenschein, Melodien aus der Drehorgel, Blumen und Kräuter soweit das Auge reicht - beim zweiten Blumen- und Kräutermarkt der Stadt Haiger passte alles, um Frühlingsstimmung in der Innenstadt zu verbreiten. Von 11 bis 18 Uhr war jede Menge Trubel im Stadtzentrum: Die Besucher kauften Blumen und Pflanzen für die Wohnung oder den heimischen Garten, schlemmten eine leckere Waffel oder ließen sich vom Märchenerzähler in der Stadtbücherei verzaubern. Wer jemanden zum plaudern suchte, musste am Pfingstmontag nicht fahren, denn in Haiger traf man definitiv ein bekanntes Gesicht. Schön wars - das Team Öffentlichkeitsarbeit ist sich sicher, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung geben soll. „Dieser Markt ist etwas ganz besonderes. Überall waren schwätzende Menschen. Das ist das schönste Geräusch, wenn die Leute gut drauf sind“, berichtete Fachdienstleiter Andreas Rompf, der gemeinsam mit seinem Team des Fachdienstes Öffentlichkeitsarbeit die Veranstaltung organisiert hatte. 

Die Veranstalter und auch die Händler zogen ein positives Fazit zum Blumen- und Kräutermarkt; einige Teilnehmer haben schon direkt den Wunsch geäußert, dass sie im kommenden Jahr wieder dabei sein möchten. Denn mit dem Blumen- und Kräutermarkt schaffte die Stadt Haiger ein Angebot für eine Nische, mit deren Zielgruppe die anderen beliebten Märkte ergänzt werden. Jelena Wolff-Simons, Hobbygärtnerin aus Mittenaar, brachte beispielsweise liebevoll aufgezogene Pflanzen aus dem eigenen Garten mit, die zum kleinen Preis erworben werden konnten. Nach wenigen Stunden war schon ein großer Teil ihres Sortiments verkauft - klasse! Und an den Pflanzen- und Kräuterständen der größeren Händler, wie beispielsweise Samen Schneider, Dollar Hugo oder dem Kräutermarkt Peci, standen die Besucher Schlange und konnten aus einer großen Auswahl an Grünem für den Garten wählen. „Wir sind mit zwei LKW voll mit Pflanzen gekommen“, berichtete Florian Schäfer, Gesellschafter und Prokurist bei der Firma Samen Schneider aus Haiger. Die Vorbereitungen haben sich gelohnt, denn gegen 11 Uhr war der Besucherandrang bereits so groß, dass gefühlt nichts mehr vor und zurück ging. Der heimische Pflanzenhändler, der auch schon im vergangenen Jahr dabei war, zeigte sich wieder zufrieden mit dem Verkauf. 

Klassiker und „exotische“ Produkte im Angebot

Wer hat schon mal Käsekraut probiert, das nach Camembert schmecken soll und für Veganer als Käseersatz dienen kann? Oder wie wäre es mit der marokkanischen Tee-Minze, um sich schnell ein schmackhaftes Heißgetränk aufzugießen? Beim Stöbern entdeckten die Besucher Setzlinge, die neugierig machten. Bei Samen Schneiders standen mehrere „Exoten“ zur Auswahl. Viele Kunden nutzten außerdem die Beratung vor Ort, wie Sula Peci vom Kräutermarkt Peci berichtete. Der Händler von der Wesel am Rhein sieht sich als „Diener für Genuss und Gesundheit“ und gab gerne sein Wissen weiter. Er betonte, wie begeistert er von den vielen freundlichen Menschen in Haiger sei und wie nachhaltig sie unterwegs seien. Viele seien direkt mit einer eigenen Tüte vorbeigekommen, sodass weniger Plastiktüten in Umlauf gebracht werden mussten. In 2025 wäre er gerne wieder dabei und weiß schon genau, welches Angebot er dann präsentieren möchte. Doch woher kennt ein Händler vom Rhein eigentlich den Blumen- und Kräutermarkt in Haiger? Den Tipp bekam er von seiner Tochter Amelia Tahiri, die in Burbach wohnt.

Auch Deko-Gegenstände, wie Vasen, Figuren oder Kissen, waren zu entdecken, die Firma Leyener & Leyener aus Eschenburg bot Tierprodukte der Firma Reico an und A.P. Blickfang Fotografie aus Haiger stellte passend dazu direkt nebenan ihre Arbeit als Tierfotografin vor. Reger Betrieb herrschte auch beim Stand der Imker aus Haiger und der Umgebung. Das große und engagierte Team informierte über das tolle – und überlebenswichtige – Hobby der Bienenzucht und hatte Vorführobjekte aus der Arbeit der Imker sowie einige Rätsel rund um das Thema „Biene“ für die Standbesucher mitgebracht. So mussten an einer Station Pflanzensamen der passenden Bienenweide zugeordnet werden. Für die richtige Lösung gab es als Belohnung ein kleines Glas Honig der Imker geschenkt. Eine weitere Aufgabe war, auf Fotos von Bienengewimmel die Königin zu finden. Zum Verkauf wurde ein Spezialhonig angeboten, der das Logo der Verschwisterung Haiger – Montville auf dem Etikett trug. Damit griffen die Imker den Ursprung des Blumenmarktes auf – die Organisatoren aus dem Haigerer Rathaus hatten sich von der traditionellen Veranstaltung „Montville en fleurs“ inspirieren lassen. Der Honig kann außerdem ab sofort auch in der Touristinfo Haiger erworben werden.

Wer ein Geschenk suchte oder Freude an besonderen Gewürzen hat, der wurde am Pfingstmontag sicherlich bei den Ständen der Herborner Gewürze oder der Salzküche Haiger fündig. Wem nicht schon beim Durchlesen der Zutatenliste des Produkts „Himmel über Afrika“ das Wasser im Mund zusammenlief, enthalten sind unter anderem Knoblauch, Kardamom, Piment und Kurkuma, der konnte sich auf eine Geschmacksprobe am Stand der Herborner Gewürze freuen. Die Gewürzmischung war ein absoluter Verkaufsschlager und landete in vielen Einkaufstaschen der Marktbesucher.

Kaffee auf Eis erfrischt bei warmen Temperaturen

Wie in Frankreich war natürlich auch in Haiger für das leibliche Wohl gesorgt. Neben Crêpes, Bratwurst, Pommes, Waffeln und Eis gab es auch verschiedene Getränke vom Cocktail der JIM Bar bis hin zum „Affogato“-Sommergetränk, bestehend aus Vanille-Eis mit Espresso. Einige Besucher ließen extra die Küche kalt, um zur Mittagszeit beim Senfatelier eine schmackhafte Bratwurst zu ordern. Die Kinder drehten ihre Runden auf einem Karussell oder genossen die Geschichten von Märchenerzähler Karlheinz Schudt in der Stadtbücherei Haiger. Ab 14 Uhr gab er zu jeder vollen Stunde eine Vorstellung mit Klassikern, wie den Grimm-Märchen, und auch unbekannten Erzählungen. Die Wahl seiner Märchen traf er individuell anhand der Zuhörer der jeweiligen Vorstellung. Schudt freute sich über die kleinen und großen Gäste, die allesamt gespannt zuhörten und sich in die Märchenwelt entführen ließen. „Mit unseren Märchenaugen und Märchenohren können wir wundervolle Dinge auf dieser Welt sehen und hören“, leitete der Erzähler seine Märchenstunde ein und verzauberte mit seiner warmen Stimme und malerischen Gestik seine Gäste.